Dinge die Nerven... heute: Zugfahren am Samstag
- Carlina Anderes

- 19. Aug. 2019
- 2 Min. Lesezeit
Am vorletzten Wochenende bin ich Mal wieder Zug gefahren. Keine S-Bahn von Winterthur nach Zürich, sondern Interregio und RhB. Um in meine Heimat zu fahren, brauche ich mit dem Zug über eine Stunde mehr, als wenn ich das Auto nehmen würde. Im Normalfall würde ich das Auto nehmen, da es ein Sonderfall war, bin ich mit dem Zug hingefahren, da mein Mann mit Hund schon in den Bergen waren. Da ich mir vorgenommen habe, nachhaltiger zu leben, wäre es "totaler Schwachsinn" mit zwei Autos in die Berge zu fahren.
Am Abend zuvor, war ich am Konzert Stars in Town in Schaffhausen und tanzte mit den Frauen zu bestem HipHop den ganzen Abend.
Samstag Morgen: top ausgerüstet mit Wasserflasche, Kopfhörer, einer Zeitschrift und Birchermüesli betrat ich den Zug im Zürcher HB. Wer denkt, dass der Bahnhof, geschweige denn, der Zug an einem Samstag kurz vor 08.00 Uhr kein guter Traffic hat, weit gefehlt. Wanderer wohin ich sehen kann und ich mitten drin.
Was ich schon Mal gar nicht gerne mache, ich musste durch einige Abteile laufen, um einen Platz zu finden, der meinen Anforderungen entsprach. In meinem Fall sind die Anforderungen; keine Kinder die Schreien oder Menschen die „picknicken“. Die Frage nach „ist hier noch frei“ wurde einige Male mit einem „hier ist besetzt“ beantwortet. Da erspähte ich noch einen Platz und wünschte mir fest, dass er frei ist. Als ich wieder meine Frage stellte, sagte der Herr ganz freundlich „einen Platz ist noch frei“, perfekt. Ich kann mich endlich hinsetzen, mein Müsli essen und die Ruhe und lange Zugfahrt geniessen, denn ich habe mich extra noch mit einer Zeitschrift dafür eingedeckt. Da kam dem Herrn seine Kollege und er setzte sich neben mich, kein Problem.
Nach einer Weile, nahm der, der mir gegenüber sass seinen Cappuccino in die Hand und genau in diesem Moment atmete er aus und pustete den ganzen Milchschaum mir und seinem Kollegen an die Kleider – bääm. Er sprang auf, holte seine Taschentücher aus dem Rucksack und wollte mich abtupfen, da musste ich stoppen, das geht doch zu weit. Mit einem „ist nicht so schlimm, kann man waschen“ hatte es sich erledigt. Er entschuldigte sich noch einige Male und ich musste schmunzeln. Doofe Sachen können auch anderen passieren.
In Chur angekommen, musste ich in die Rhätische Bahn umsteigen. Ich bin in meinem Leben wirklich nicht oft Zug (eigentlich nie) im Kanton Graubünden gefahren. Entweder waren wir mit dem Auto, Velo oder Postauto unterwegs. Wir sind in einem Tal ohne RhB Verbindung aufgeachsen.Da sass ich nun in einem Wagon, rund um mich, Rentnerinnen und Renter die ihre mitgebrachten Sandwiches in Alufolie assen. Es riechte (ich möchte nicht stinken schreiben) nach Trockenfleisch, Essiggurken und Käse. Okay mag ja lecker sein, aber nicht um 10.00 Uhr nach einem Konzertabend. Würg. Einziger Lichtblick, bald aussteigen und die Familie knuddeln...










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