Kein Blitz gleicht dem anderen. Kein Mensch auch.


Am Samstagabend, nach einem wunderschönen Abendessen im Tal, sind wir mit der Familie nach Hause gefahren. Wir haben uns vor dem Haus hingesetzt und dem Gewitter in den Bergen zugeschaut.
Einfach da. Präsent.
Wir haben versucht, immer in die Richtung zu schauen, wo der nächste Blitz kommen mag. Doch mit blossem Auge waren sie kaum zu fassen. Also haben wir die Smartphones gezückt, das Gewitter aufgenommen und die Blitze in Slowmotion betrachtet. Einen habe ich als Standbild aus der Videosequenz gezogen.
Und dann habe ich lange hingeschaut.
Jeder Blitz ist einzigartig. Kein einziger gleicht dem anderen. Nie die gleiche Form. Nie die gleiche Richtung. Immer anders, immer neu. Das Bild erinnert mich an Adern. Oder an einen Baum. Die Natur, roh und frei.
In Unternehmen beobachte ich etwas anderes.
Menschen, die morgens durch die Tür gehen und dabei einen Teil von sich draussen lassen. Die sich anpassen, die nicht auffallen möchten, die mitschwimmen. Nicht weil sie müssen, sondern weil es irgendwann einfacher wurde. Die Einzigartigkeit liegt dann quasi irgendwo im Spind, neben der Jacke.
Dabei sind es genau diese Menschen, die ich am meisten schätze, wenn sie sich zeigen. Die mitdenken und eigene Ideen einbringen. Die, die andere Wege gehen. Die in einem Raum voller Gleichklang eine andere Frequenz mitbringen.
Was wäre, wenn wir uns selbst und die Menschen um uns herum so wahrnehmen würden wie diesen Blitz? Nicht als Funktion. Nicht als Rolle. Sondern als das, was sie wirklich sind.



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