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Mein Hund, der Dogecoin

  • Autorenbild: Carlina Anderes
    Carlina Anderes
  • 13. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Neulich war ich mit meiner Hündin im Wald spazieren, als wir zwei jungen Männern begegneten. Der eine rief von Weitem: „Ein Wolf!“, der andere: „Nein, ein Husky!“


So weit, nichts Neues. Pimiko (meine Hündin) interessierte sich weder für die beiden jungen Männer noch für die Rassenzuteilungen. Wieso auch.


Als die Männer auf unserer Höhe ankamen, hielten sie an und schauten den Hund genauer an. Da sagte einer: „Das ist ein Dogecoin.“ Ich erwiderte: „Nein, das ist ein Akita.“ Daraufhin meinte er: „Nein, mit Sicherheit, das ist ein Dogecoin in einer anderen Farbe.“ Auf meine Nachfrage, was ein Dogecoin sei, bekam ich keine Antwort. Sie liefen weiter und liessen mich etwas ratlos zurück. Ich nahm mein Smartphone und fragte über Google Voice: „Was ist ein Dogecoin?“


Bei der Antwort musste ich doch etwas schmunzeln. Für die, die es nicht kennen: Ein Dogecoin ist eine Kryptowährung, deren Name und Design auf dem Internetphänomen Doge basiert. Zur Geschichte: Dogecoin ist die Erfindung zweier Software-Ingenieure aus den USA aus dem Jahr 2013. Einer der beiden hatte das Logo der Kryptowährung mit einem damals beliebten Meme versehen, auf dem das absichtlich falsch geschriebene Wort „doge“ zu sehen war, als Beschreibung für einen Shiba Inu (Hunderasse).


Dazu noch ein paar Bilder:


Bild 1: Shiba Inu

Bild 2: Akita Inu (Pimiko, meine Hündin)

Bild 3: Logo von Dogecoin


Ähnlichkeiten sind definitiv vorhanden

Okay, es gibt jetzt zwei Perspektiven. Der junge Mann hat anhand einer digitalen Währung bzw. deren Logo einen Hund erkannt. Ich wette, dass er den Namen Akita Inu oder Shiba Inu nicht in Verbindung gebracht hat.


Die andere Sichtweise: Er hat etwas im realen Leben mit der virtuellen Welt in Verbindung gebracht. Die Frage ist: Was ist das reale Leben?

Für mich, eine Begegnung in der nicht virtuellen Welt. Wenn ich in einem Café sitze und mit jemandem spreche, ohne das Smartphone als Filter zu nutzen. Ich möchte vorausschicken, dass ich selbst das Internet und dessen Tools aktiv nutze.


Eine meiner ersten Reaktionen nach der Begegnung war ein Lachen. Ob aus Verzweiflung, weil ich offensichtlich keine Ahnung hatte von was die Jungen reden, oder wegen der Situationskomik, da bin ich mir nicht sicher. Ich habe dieses Erlebnis einigen Menschen weitererzählt. Einige Reaktionen waren: „Was ist Dogecoin?“ Okay, ausser bei meinem Mann. Der kennt sich mit Kryptowährungen aus. Dazu muss ich sagen, wir sind alle um die 40. Liegt diese Wissenslücke nun am Alter oder an den Interessen?


Ich hätte den beiden jungen Männern gerne mit auf den Weg gegeben, dass es sich um einen Akita Inu handelt, doch sie hörten meine Worte nicht mehr.


Nun sitze ich hier, schreibe diese Zeilen und bin mir bewusst, dass der junge Mann in seiner Welt einen echten Dogecoin gesehen hat.


Vielleicht benennen wir nicht mehr, was wir sehen, sondern was wir kennen.


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Carlina Anderes

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