Moules et Frites, Streichhölzer und neues Flirten
- Carlina Anderes

- 16. Sept. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Als es noch kälter war, also im Winter, waren eine Freundin und ich in Zürich Abendessen. So weit, nichts Ausergewöhnliches. Im Restaurant Les Halles in Zürich gibt des die Besten "Moules et Frites" der Stadt. Falls jemand bessere kennt, bitte melden.
Jedoch geht es gar nicht um Essen. Im Les Halles ist eine Tischreservation erst ab mehreren Personen möglich. Somit geht man auf "gut Glück" oder wird an einen Tisch mit mehreren Menschen gesetzt. Da dies für uns kein Problem war, wurden wir zu einem langen Tisch geführt, wo bereits einige Plätze besetzt waren. Wir waren happy über unseren Platz, die bereits Anwesenden jedoch weniger. Also eigentlich nur jemand. Eine Frau. Die wollte das so gar nicht und hatte ihren Unmut dem Kellner mitgeteilt. Der jedoch platzierte uns und ignorierte ihre Einwände. Wir setzten uns mit dem Rücken zur Getränkewand mit einer wunderschönen Weinauswahl und mit Sicht auf das Treiben im Restaurant und zur Theke hin.
Wir bestellten nach eingehenden Studium der Weinkarte, die war ja direkt hinter uns aufgestellt, eine erste Runde. Einen orangenen Wein, da ich solch einen wenige Wochen zuvor in Copenhagen probiert hatte und diesen als köstlich in meiner Erinnerung abgespeichert hatte. Der aus der Schweiz ist leider nicht den Erinnerungen an Copenhagen nahegekommen. Wir haben mit dem Wein die ersten Frager angezogen, einen jungen Herrn, der ganz genau das Weinsortiment inspizierte und zu mehreren Flaschen eine Frage hatte. Wir beantworteten ganz charmant und ausführlich, wie wir uns mit Wein auskennen (wir trinken gerne ein Glas). Wir beschlossen, zum Essen auf einen Weisswein umzusteigen, und wechselten den Wein, die Rebe und die Region. Ich ging die Moules et Frites an der Bar bestellen. Zwischenzeitlich sind immer wieder Menschen an unseren Tisch bzw. an die Weinwand gekommen. Wer jemanden kennenlernen möchte - dies ist ein wirklich guter Sitzplatz!!! Der junge Herr mit den vielen Fragen kam abermals, der Weinkenner, wie er uns informierte. Er fragte nach unseren Meinungen zu diesem und jenem Wein und wir gaben ihm gerne Auskunft und fühlten uns in diesem Moment wie Weinkennerinnen.
Bei unserem zweiten Hauptgang, oder war es doch schon der Dritte, kam "Herr Weinkenner" wieder. Zwischenzeitlich war das Restaurant nicht mehr ganz so voll, doch noch gut gefüllt. Er Stand an unseren Tisch mit einer Streichholzschachtel in der Hand. Legte diese ganz langsam auf den Tisch, schaute mich dabei an und sagte "ich habe ein Rätsel für dich." Wendete sich ab und verschwand wieder in der Menge. Wir haben ihm nachgeschaut, wie in Zeitlupe. So schnell wie er aufgetauchte, ist er auch wieder verschwunden. Er schaute nicht zurück und gab keine weiteren Hinweise. Wir zwei schauten uns die Schachtel ganz genau an und wollten die Streichhölzer zählen. Es ging einen Moment, bis wir verstanden haben, was die Rätsellösung ist.
Nach dem Drehen und Wenden, hat sich meine Freundin die Schachtel angesehen. Auseinandergenommen, gedreht und siehe da. Ein paar Zahlen aneinandergereiht...eine Telefonnummer.
Wetten ich wurde rot...war ja dunkel und man hat es nicht gesehen. Ich finde die Aktion sehr charmant und kreativ.
Du bist auf der Suche? Versuch es mal mit der Streichholzschachtel.














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